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    Eine neue Stadt – Eine neue Bekanntschaft – Eine neue Liebe?

    Vorgestern habe ich mein Elternhaus und meine Heimatstadt verlassen. Aus beruflichen Gründen. Ich werde in Nürnberg studieren. Und abgesehen davon wurde es auch Zeit. Ich bin nun schon 25 und, so lieb ich meine Eltern auch habe, ich konnte einfach nicht mehr mit ihnen unter einem Dach wohnen. Es ist doch etwas anderes, ob man sich völlig frei in der eigenen Wohnung bewegen kann oder ob man irgendwie seine Eltern im Nacken sitzen hat.

    Ich hatte mir natürlich schon gedacht dass es nicht ganz leicht für mich werden würde. Meine "Wohnung“ - ein Ein-Zimmer-Appartement, Gott sei Dank mit Dusche, Balkon und extra Kochnische – war noch nicht mal eingerichtet und ich hatte keine Möglichkeit etwas zu Kochen. Die Möbel aus meinem alten Zimmer sollten einen Tag später ankommen als ich.

    So stand ich also dann am nächsten Morgen, es war ein Sonntag, früh von meiner Luftmatratze auf, um den Transporter zu erwarten. Ich holte mir schnell einen Kaffee aus der Bäckerei an der Ecke und setzte mich dann auf die Treppe vor dem Haus. Da saß ich nun. Eine ganze Stunde lang. Und noch immer war der Transporter nicht in Sicht. Nach weiteren 10 Minuten öffnete sich die Haustür. Und mir kullerten fast die Augen aus dem Kopf. Da stand mein persönlicher Adonis. Von Kopf bis Fuß nichts auszusetzen. Und als er mich dann auch noch mit seiner tiefen Stimme ansprach, glaubte ich im Paradies eingezogen zu sein.

    „Hallo, ich bin Jörge, dein Nachbar zur Linken. Ich habe dich schon gestern beim Einzug bemerkt. Eigentlich wollte ich dir meine Hilfe beim Möbel schleppen anbieten, aber es kam ja dann nichts. Und heute sehe ich dich nun schon seit einer Stunde hier auf der Treppe sitzen. Hast du ein Problem? Kann ich dir helfen?“ „Hallo Jörge, ich bin Sarah. Das ist sehr nett von dir, dass du mir helfen wolltest. Und ja, ich habe tatsächlich ein Problem. Wie du ja schon bemerkt hast bin ich gestern hier eingezogen. Aber meine Möbel sollten heute Morgen kommen. Doch bisher hat sich noch nichts getan. So langsam aber sicher fange ich an durchzudrehen, ich kann nämlich unheimlich schwer warten. Und da ich kein Handy besitze und in der Wohnung noch kein Festnetz angeschlossen ist, kann ich noch nicht mal anrufen und nachfragen, wann der Transporteur endlich kommt.“

    „Aber warum hast du denn nicht im Haus geklingelt und gefragt, ob du telefonieren kannst? Es gibt hier Keinen der dich nicht hätte telefonieren lassen. Gib mir doch mal die Nummer. Ich werde da jetzt mal nachfragen.“ Ich gab ihm die Nummer und er verschwand. Nach 5 Minuten kam er wieder. „Also, irgendwo unterwegs gab es ein Problem. Der Transporter wird in ca. 45 Minuten da sein. Ich habe dem Fahrer gesagt er soll bei mir klingeln. Wenn du Lust hast kannst du mit zu mir kommen. Ich lade dich zum Frühstücken ein.“

    Das hörte sich so verlockend an, sowohl was das Stillen meines Hungers anging als auch die Anwesenheit seiner Gesellschaft. Ich nahm natürlich an. Aus seiner Wohnung, die das gleiche Format hatte wie meine, drang schon Kaffeeduft. Ich setze mich auf dem Balkon an einen kleinen Tisch und er brachte mir ein Gedeck. Frühstück stand schon fertig dort. Dann setzte er sich zu mir und ich ließ es mir schmecken. Sogar eines seiner Frühstückseier trat er an mich ab. Zum ersten Mal, seit der Abreise aus meinem Elternhaus, fühlte ich mich wohl.

    Die Zeit verging wie im Flug. Wir erzählten uns eine Menge. Und fanden natürlich sofort herraus, dass wir beide an der selben Uni das selbe Studienfach belegt hatten. Es war einfach wunderbar, diesen tollen Typen also in Zukunft auch noch beim Arbeiten um mich zu haben. Ich sprühte nur so vor Flirternergie. Und hoffte natürlich, ihn damit auch umgarnen zu können.

    Als dann der Transporter kam half er mir tatkräftig beim Tragen meiner Möbel. Und schnell hatten wir meine ganze Wohnung eingerichtet. Es kribbelte mich, als er mir dabei half meine Kartons auszuräumen. Ich empfand den Gedanken als sehr angenehm, dass er meine privaten Dinge sah und in den Händen hielt. So konnte er sich direkt ein Bild von mir machen. Ich hatte mir in seiner Wohnung ja auch schon eins von ihm machen können. Dann waren wir so weit fertig.

    Bevor er ging fragte er mich, ob ich Lust hätte ihm auch beim Abendessen Gesellschaft zu leisten - da ich doch noch keine Lebensmittel im Haus hätte. Gerne nahm ich die Einladung an. Dann legte ich mich etwas Schlafen, denn das Ganze hatte mich doch ziemlich angestrengt. Und nach einem ausgiebigen Bad ging es mir schon wieder richtig gut, besonders wegen der Vorfreude auf mein bevorstehendes Essen mit Jörge.

    Ich zog mir ein schönes rotes Kleid in chinesischem Stil an, schminkte mich sorgfältig aber nicht zu viel und steckte mir die Haare mit chinesischen Stäbchen hoch. Dann tupfte ich mir noch einen Tropfen meines Lieblingsparfüms an einige Stellen meines Körpers und ging so gewappnet auf in die nächste Flirtrunde. Denn ich muss gestehen, ich hatte mich schon Hals über Kopf in Jörge verliebt. Jetzt war es Zeit fürs Abendessen. Eine Flasche vom guten Wein, den mir meine Eltern mitgegeben hatten, nahm ich mit. Ich klingelte und er öffnete mir. Er nahm mich in die Arme und küsste mich auf die Wange. Sehr zärtlich. Als er die Tür hinter mir schloss dachte ich nur: Neue Stadt und endlich die große Liebe?



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